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Davide Dileo (kurz: Boosta) ist für Subsonica weit mehr als nur der Mann am Keyboard - er ist auch der Mann der Samples, Vintage-Sounds und hypnotisierenden Intros, aber auf der Bühne ist er vor allem eins: ein Showman. Seine hochbewegliche Keyboard-Konstruktion ermöglicht es ihm, einen ganzen Abend lang zu springen, zu tanzen und seinen Körper eins mit der Musik werden zu lassen. Als jüngstes Bandmitglied (34) hat er bei den Fans den beliebten Nesthäkchen-Status inne, musikalisch ist er zweifellos ein Garant für die Authentizität und erfrischende Energie des Subsonica-Sounds.

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Seinen Spitznamen "Boosta" hat der am 27. September 1974 in Turin geborene Davide Dileo vom englischen Wort "to boost" abgeleitet, das so viel heißt wie "verstärken" oder "ankurbeln". Mit Verstärkern hat sich der Subsonica-Keyboarder nämlich schon früh beschäftigt. Bereits mit 6 Jahren nahm er, von seinen aus Apulien stammenden Eltern Rita und Claudio dazu ermutigt, Klavierstunden. Sein Vater, ein großer Elvis-Fan, beeinflusste auch Klein-Boostas Musikgeschmack, allerdings nicht sehr lange. Mit 12 begann er, sich für aktuelle Radiohits und vor allem Musikvideos zu interessieren. Vom Glamrock der 80er Jahre fasziniert, wurde ihm, als er den Videoclip zu "Living On A Prayer" von Bon Jovi das erste Mal im Fernsehen sah, sofort klar, was er einmal werden wollte - Rockstar!

Seinen ersten Auftritt hatte Boosta am kleinen Theater der Mittelschule, die er damals besuchte. Dort spielte er "Carrie" von Europe. Weitere Musikerfahrung sammelte Boosta in der Kirche seines Wohnviertels Pozzo Strada, wo er Gitarre und Orgel spielte und für die Choralgesänge verantwortlich war. Mit 15 trat er, genau wie Samuel, der Gemeindeband Dominus bei, die jeden Samstag vor etwa 400 bis 500 Leuten im kirchlichen Jugendzentrum spielte. Alle fünf Bandmitglieder schrieben sich gleichzeitig auch im Turiner Jazz-Zentrum ein, wo Boosta erfolgreich eine Ausbildung in Harmonik absolvierte.

Als der Dominus-Drummer die Band verließ, weil er zum Bund musste, entschied man sich, mit dem Komponieren und Texten zu pausieren und erst einmal Covermusik zu spielen. Die Proben, die bisher im Gemeinderaum stattgefunden hatten, wurden kurzerhand ins "Blumusica" verlegt, wo sich die gesamte Turiner Musikszene zum Proben traf. Über das Jazz-Zentrum hatten Boosta und Samuel den Schlagzeuger Ninja kennen gelernt und fragten ihn, ob er Lust hätte, bei ihnen mitzuspielen. So entstand die Hisonz Street Band (später zu Hisonz verkürzt), die nach der Straße von Boostas Wohnviertel benannt ist, die damals seinen Lebensmittelpunkt bildete: Via Isonzo. Zum Ensemble stießen auch noch zwei Chorsängerinnen, und der Besitzer des Proberaums bot der Band sogar an, ein Album aufzunehmen, aber daraus wurde nichts, weil sich Besitzer und Band noch vor der Fertigstellung des Albums überwarfen.

Nach dem Aus der Hisonz ging Boosta mit der Funkrock-Band Karamamma, in der auch Ninja spielte und die dringend einen Keyboarder brauchte, auf Tour. Er beendete das Gymnasium und schrieb sich an der Uni ein, um Literatur zu studieren. Aber nach acht abgelegten Prüfungen ließ er sich exmatrikulieren, weil er sich lieber voll und ganz der Musik und dem Turiner Nachtleben widmen wollte.

Nach dem Ende der Karamamma-Tour stieg Boosta dann in Samuels neuer Band Amici di Roland ein, einer Gruppe, die Melodien berühmter Zeichentrickserien wie z.B. Mazinga Z, Conan, Die Schlümpfe und Heidi in witzigen Ska-, Punk- oder Hardcoreversionen zum Besten gab. Mit den Amici di Roland schafften Boosta und Samuel es dann auch, ihr erstes Album zu veröffentlichen, ein Livealbum, das beim Auftritt der Band im Centro Sociale Murazzi in Turin, in der Disco Babylonia in Biella und vor 2.000 Leuten im Salone della Musica im Turiner Stadtteil Lingotto aufgenommen wurde. Die Plattenfirma EMI hatte den 7 Musikern vorher für die Aufnahme eines Studioalbums sogar richtig viel Kohle und Promotion angeboten, aber die Band schlug das Angebot ab - sie wollte weder in auf Kommerz ausgerichtete, verlogene TV-Sendungen eingeladen werden noch auf ihre Liveauftritte verzichten.

Nur zu covern wurde Boosta und Samuel jedoch irgendwann zu langweilig, so dass sie die Band verließen und wieder begannen, Songs zu schreiben, diese probten und auch hier und da bei einigen Auftritten zum Besten gaben. Gerade als Boosta einen Vertrag als Pianist auf einer Kreuzfahrt unterschrieben hatte, fragte Samuel ihn jedoch, ob er nicht Lust hätte, in sein neues Projekt mit Max einzusteigen. Sein alter Bandkumpel Ninja war es letztendlich, der Boosta überredete, die Kreuzfahrt abzusagen, und er sollte es nicht bereuen, denn ein paar Monate später erfuhr er, dass die komplette Schiffsbesatzung eine schlimme Lebensmittelvergiftung erlitten hatte.

Der Rest ist Geschichte: Boosta verbrachte ganze Tage und Nächte zusammen mit Max und Samuel im Tonstudio Casasonica. Auch heute noch ist er derjenige, der neben Max die meiste Zeit dort zubringt. Neben Subsonica hat er jedoch noch viele weitere Projekte: Dazu zählt Iconoclash, ein Projekt aus dem Jahr 2003, dessen Ziel es ist, die Italo-Disco-Klassiker der 80er Jahre im Elektrowave-Stil neu aufzulegen. Außerdem ist Boosta ständig als DJ in Italien unterwegs. Als DJ Boosta hat er sich sogar international einen Namen gemacht. So heizte er u.a. einer Million Menschen auf der Street Parade in Zürich und den Besuchern diverser Clubs auf Ibiza ein. Auch seine Producer-Fähigkeiten werden international geschätzt. Weltbekannte Künstler wie Depeche Mode, Placebo, Beastie Boys, Mötley Crüe und Skin haben den talentierten Boosta mit dem Remixen ihrer Hits beauftragt.

Doch damit noch nicht genug - auch im außermusikalischen Bereich weiß Boosta zu überzeugen: Das italienische Verlagshaus Baldini&Castoldi hat bisher zwei von ihm geschriebene Bücher veröffentlicht - eine Kurzgeschichtensammlung namens "Diana blu" und den Roman "Un'ora e mezza". Letzterer soll demnächst sogar verfilmt werden.