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Vicio, mit bürgerlichem Namen Luca Vicini, ersetzt seit Ende 1999 den Subsonica-Bassisten Pierfunk. Sein Bass-Spiel besticht durch technische Perfektion und eine ordentliche Dosis Flexibilität, mit der Vicio es schafft, in den absurdesten Situationen optimal zu improvisieren. Äußerlich fällt an dem Bassisten sofort seine extrem durchtrainierte Figur auf. Vicio ist somit auch derjenige, der die anderen Bandmitglieder in Fitnessfragen berät. Und obwohl er auf den ersten Blick gefährlich wirkt, verbirgt sich hinter dem Mann am Bass ein netter Bursche, der im Falle von bandinternen Streitigkeiten eher die Rolle des Schlichters als die des Schlächters übernimmt.

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Vicio wurde am 5. Oktober 1971 in Susa in der Nähe von Turin geboren. Er hat keine Geschwister, und so waren es seine Mutter, sein Onkel und seine Cousine, die Vicios Musikgeschmack anfangs in Richtung New Wave prägten. Ein Cousin brachte ihn dann zum 80er Jahre Metal. So ließ sich Vicio ab der 3. Klasse der Mittelschule, die er im nahe gelegenen Bussoleno besuchte, seine Haare wachsen und wurde zum Metaller. Nach seiner Pflichtschulzeit besuchte Vicio das Gymnasium in Susa, wo er auf ähnlich gesinnte Leute traf. Die Musik, die er hörte, inspirierte ihn letztendlich, seine Lieblingssongs von The Police und Iron Maiden auf der Gitarre mitzuspielen, aber da seine großen Vorbilder Sting und Steve Harris nun einmal keine Gitarristen, sondern Bassisten waren, entfernte er einfach zwei Saiten und und benutzte seine Gitarre fortan als Bass, um seine Idole authentischer kopieren zu können. Später lieh er sich einen echten Bass und probte mit zwei Bekannten. Zusammen nannten sie sich Meat Butched und spielten Songs à la Slayer und Metallica. Im Jahr 1988 hatten sie sogar einen Auftritt im Kino von Borgone di Susa, dem Dorf, in dem ihr Proberaum lag. Im Val di Susa erfuhren die Drei in kürzester Zeit einen beachtlichen Zuspruch und spielten fortan etwas ruhigere Rockmusik, die besser zu den Kneipen und Festivals passte, auf denen sie unter dem Pseudonym Forgotten Sons auftraten. Sie nahmen sogar ein Demo-Tape auf, das in einigen Metal-Zeitschriften positive Kritiken erhielt, aber im Jahr 1991 trennte sich die Band.

In der Zwischenzeit begann Vicio in Turin ein Architekturstudium und schrieb sich im Jazz-Zentrum ein, wo er endlich "richtig" Bass spielen lernen wollte. Zusammen mit dem bekannten Schlagzeuger Elvin Betti versuchte er dann, die Kultband Magnifica Scarlatti wieder auferstehen zu lassen. In dieser Zeit entstanden auch die ersten Kontakte mit den zukünftigen Subsonica-Bandmitgliedern Samuel und Boosta. Während Samuel einmal mit Vicio und Elvin probte, trat Boosta ein paar mal mit den beiden im kirchlichen Jugendzentrum auf. Der Magnifica Scarlatti-Wiederbelebungsversuch blieb erfolglos, und nachdem sich weder mit der von Vicio gegründeten Funkrock-Band Taxi Driver noch mit der Coverband DPU ernsthaft Geld verdienen ließ, entschied sich Vicio, als Fitnesstrainer zu arbeiten. Diesen Job nutzte er natürlich auch, um selber fit zu bleiben.

Bald wurde ihm jedoch klar, dass er die Musik zu seinem Beruf machen wollte. Deshalb nahm er bei einigen bekannten Musikern wie Paolo Costa und Chiarenza Buscaglione Privatstunden, um seine Technik zu verfeinern. Der Zivildienst, den Vicio in dem klitzekleinen Ort Coazze verbrachte, zwang ihn dann aber, zwischen 1997 und 1998 zu pausieren. Die Monate danach war für Vicio nicht einfach: Mit 27 Jahren steckte der junge Mann in einer echten Lebenskrise, denn er hatte kurz zuvor seinen Vater verloren, seine Mutter war schwerkrank, und es war ihm weder gelungen, sein Studium abzuschließen noch professionell Musik zu machen. Sobald es seiner Mutter wieder besser ging, zog es Vicio nach Spanien, wo er Elvin Betti und den Sänger der Forgotten Sons wiedertraf. Die Drei traten ein paar mal zusammen auf, und gerade als Vicio im Sommer des Jahres 1999 drauf und dran war, sich fest in Spanien niederzulassen, gab ihm Elvin zu verstehen, dass die Turiner Band Subsonica einen neuen Bassisten als Ersatz für den ausgestiegenen Pierfunk suchte. So kehrte er Ende August nach Italien zurück, um sich zu bewerben. Die Zeit war knapp, denn es stand eine große Tournee an, und vielleicht ist es Vicios hundertprozentiger Einsatzbereitschaft und seiner schnellen Verfügbarkeit zu verdanken, dass sich die anderen Vier letztendlich für ihn entschieden. Am Anfang war man nämlich wegen Vicios äußerer Erscheinung - braungebrannt, durchtrainiert und kahlgeschoren, und somit das komplette Gegenteil von Pierfunk - ziemlich skeptisch, aber es sollte sich noch herausstellen, dass gerade Vicio der Band zu einem neuen, höchst stabilen Gleichgewicht verhalf, denn auch heute noch ist er es, der zwischen dem Rest der Band vermittelt, wenn ihm die Streitigkeiten seiner Bandkameraden zu anstrengend werden.

Neben Subsonica arbeitet Vicio manchmal als DJ in verschiedenen Turiner Lokalen, und er komponiert auch eigene Songs. Diese kann man sich auf seiner MySpace-Seite anhören. Außerdem hat Vicio den Soundtrack zu zwei Theaterstücken komponiert.