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Gift
Wie Klebestreifen, der sich langsam ablöst
lasse ich die Dinge jetzt einfach geschehen.
Wie viele Situationen doch
außerhalb des eigenen Willenskreislaufs wiederkehren!
So wie der Wind mit den Kunststoffabfällen spielt,
sehe ich, wie meine Würde abtransportiert wird.
Heute betrüge ich die Stabilität
ohne mildernde Umstände und ohne jegliches Mitleid.
Heute erinnert mich meine Vergangenheit daran, dass
ich nicht vor dir fliehen kann ohne dir etwas vorzuspielen,
und dass ich mich nicht aus deinem
Strick, von deinem Schaffott befreien kann.
Und noch einmal nähere ich mich dir,
ich nähere mich deinem Mund,
und noch einmal vergifte ich mich,
ich vergifte mich an deinem Gift.
Wie Klebestreifen, der sich langsam ablöst,
wie Reißverschlüsse, die sich verklemmen,
wie Schalter, die nicht schalten
oder das Magazin einer Pistole, das blockiert ist
betrüge ich die letzten Stückchen meines Willens.
Alle Versprechen zerbrechen nun.
Ich denke an deine rücksichtslosen Verbrechen
gegen meine naive Menschlichkeit.
Ich entscheide mich dafür, mich in dir aufzulösen,
während du Plünderer meine Tränen raubst.
Und ich werde blind sein, vielleicht frei,
doch nur im Morgengrauen eines Schaffotts.
Tief in mir drinnen trage ich eine Geschichte, die keinen Titel mehr hat,
wähle eine ehrlose Rolle,
reiße die fleischfressendste aller Pflanzen aus dem Boden
und suche das Feuer, das mich verbrennen wird.
Und noch einmal nähere ich mich dir,
ich nähere mich deinem Mund,
und noch einmal vergifte ich mich,
ich vergifte mich an deinem Gift.
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